the window to my life

Archiv für Februar, 2010

Es wird, es wird …

Während ich selbst den Eindruck habe nur die Hände im Schoß gefaltet zu haben, geht es doch Schritt für Schritt weiter.

– Ich habe gestern die Auftragsbestätigung für das Umzugsunternehmen weggefaxt und heute die Bestätigung bekommen. Am 29. April ziehen also meine Sachen um, komme was wolle.

– Ich habe meinem Chef gesagt, dass ich auswandern werde und nach meinem Schwedenurlaub im März ein genaues Datum wissen werde. Seine Reaktion war gut, ich glaube nicht mehr, dass er mir die einvernehmliche Kündigung verweigern wird. „Mit Ende April“ habe ich auch kurz erwähnt … also kann er mir auch nicht mehr sagen, ich habs ihm zu kurzfristig gesagt.

– Unser Vormieter zieht endlich aus – mit 1. März. Sprich in Schweden kann ich das Haus ausgiebigst in jedem Winkel besichtigen und wir können anfangen zu renovieren. \o/

– Eine ganz liebe Freundin (Danke hier an dich, Flora) hat meinen englischen Text über meine Partnerschaft für das Migrationsverket überarbeitet und grammatikalisch aufgerüstet. Die Phrase „has had“ weckt zwar düstere Schatten der Erinnerung, aber zur Hölle, wär mir das beim schreiben nicht selbst eingefallen 🙂

– Ich habe endlich einen Interessenten für die Wohnung gefunden – das ist wohl der größte Durchbruch. Nachdem ich voriges Wochenende 5 Stunden geputzt habe, nur damit mich dann die damalige Interessentin angerufen und mir abgesagt hat, weil sie schon ne andere Wohnung gefunden hatten (freudestrahlend ….) …. hatte ich diesen Samstag gleich 3 Leute eingeladen und wieder geputzt wie eine Wilde. Ich fand es so erstaunlich und interessant die verschiedenen Typen wahrzunehmen, die sich für meine Wohnung bewerben und mir vorzustellen, was mit meiner kleinen Wohnung passiert, wie sie eingerichtet, wie sie bewohnt werden wird. Man merkt, der Abschied fällt mir schwer.

Angesehen haben sich die Wohnung Menschen, die ich unter folgenden Kategorien und Vorurteilen einordne:

– Die behütete Prinzessin (junge Frau in Begleitung von Mama und Oma)
– Der Bully (junger Mann der Kategorie Halbstarker in Begleitung von Papa der Marke „intellektuell“)
– Die süße Biene (wenn ich nur ein Mann wäre … *lach* sie hatte übrigens die selbe Haarfarbe wie ich)

Wer glaubt ihr, kriegt die Wohnung denn?
Wenns nach mir ging … wusste ich sofort … ich würde sie der süßen Biene gönnen. Ein ausgeflipptes junges Mädel, süß, kreischend rote Haare, sehr freundlich, wir haben gleich getratscht und uns gut verstanden. Aber …. das Geld schien ein Problem und grade mit Leuten, die einem zu sympathisch sind sollte man nicht unbedingt Geschäfte machen.

Der Bully? Ne Danke! Meine Wohnung mit schmalen 90er Bett und Bundesheer-Equip und vielleicht Nacktbild an der Wand … das konnte ich mir in meiner „Mädchenwohnung“ gar nicht vorstellen. Meine liebevoll pink gestrichene Wand, mein lila Klo mit den schwarzen Rohren … meine Ikea-Wandtattoos … das kommt alles sicher sowieso weg … aber mein kleines Nestchen eine Männerbude? GRUSEL …

Die Prinzessin. Die Prinzessin ist Studentin, gut behütet, die Eltern scheinen gut situiert – Geld, so wie es sich anhörte seie kein Problem. Sie hat sich als einzige gut umgeschaut auch mal die Spülung gedrückt, die Sachen untersucht, sich interessiert. Ja der Prinzessin (die nicht unsympathisch ist und die ich nur so nenne, weil sie sich so über-gewählt ausdrückt und quasi mit Hof anreiste 😉 ) würde ich diese Wohnung mit guten Gewissen geben.

Und …. wer ists geworden? Nächstes Mal dazu mehr ….

Geduld ist eine Tugend …

… und mir total fremd. Es ist nicht schön es zu sagen, aber momentan sieht es mit der Disziplin ähnlich aus. Statt brav über meinem neuen Langenscheidtprogramm zu hocken und Vokabeln zu büffeln, hänge ich vor World of Warcraft und lass mich so ein bisserl von der Sucht packen. Dabei hätte ich ja eigentlich wichtigeres zu tun sollte man meinen ….

Aber auf der anderen Seite heißt es jetzt noch eine Woche lang die Hände in den Schoß legen. Dann ist es endlich soweit und es geht wieder auf in meine zukünftige Wahlheimat.

Dann kann ich es auch endlich besichtigen – unser neues/altes Haus. Ab 1. März ist der Vormieter draußen und mein Schatz kann mit den Renovierungen beginnen …
mein neues Heim

Der Text für das Migrationsverket zur Erklärung unserer Beziehung steht auch schon und ist brav abgespeichert. Ich habe ihn auf Anraten einer Bekannten auf englisch geschrieben. Jetzt habe ich mit meinem Schatz ausgemacht, er wird noch ein paar Sätze in schwedisch dazu verfassen und wir beide unterschreiben das und hängen es ans Formular an. Drückt mir die Daumen …

Achja der geliebte Schatz meines Schatzes (nicht ICH … ich rede vom Auto *g*) steht schon warm geparkt im neuen Heim …. nun fehlen nur noch wir. 🙂 Mein Freund hat beschlossen mit dem richtigen Einzug auf mich zu wartgen *lach* mir ist das auch lieber so …

Es wird ernst …

Der Umzug ist für 29. April 2010 bestellt und ein One-Way Ticket ist für 04. Mai 2010 von Wien nach Schweden gebucht.
Es wird ernst mit meinen Plänen und ich habe ein bißchen ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber nur wegen der finanziellen Ängste. Und sobald ich mir denke „das schaffen wir schon“ kommt dieses unbändige Glücksgefühl hoch.

Blog Einleitung und Schwedenpläne …

So … nun ist es soweit! Nun gehe ich auch unter die Blogger.

Warum? Weil Tagebuch out ist vielleicht.

Fakt ist, in meinem Leben dreht sich momentan die Welt auf den Kopf und wieder zurück. Sovieles passiert, was ich festhalten und niemals vergessen will. Ich hoffe viel Gutes über das ich später Lächeln kann und festgehaltene Probleme, die später gelöst und gar nicht mehr schlimm erscheinen.

Dieser Blog soll eine Hauptsparten haben.

Ich möchte einer lieben Internetbekannten nacheifern, die soeben nach Schweden gezogen ist und einen Auswanderer-Blog führt. Wenn ich ihre Zeilen lese, muss ich immer lächeln. Die Erfolge sind wie Treppen nachzuvollziehen und ergeben eine steile Leiter in unser gemeinsames Traumland. Sie hat schon soviel geschafft und dorthin will auch ich einmal. Deswegen fange ich hier und heute an und nehme mir vor Babyschritte festzuhalten und meine eigene Brücke zu bilden von der Millionenmetropole Wien in Österreich zum verschlafenen Karlstad in Schweden/Värmland.

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Nun erstmal zum geplanten Umzug. Am 1. Mai 2010 möchte ich umziehen, mit viel Pech könnte es 1. Juni werden – das will ich unbedingt vermeiden.

Erst einmal meine Checkliste von Erledigungen chronologisch geordnet.

Februar 2010:

In Ö:

– Umzugsunternehmen beauftragen (erledigt)

– Fernsehgebürservice mit Ende März 2010 kündigen

– Auto fit machen für Schweden

– Wohnungsbesichtigungen organisieren (in Arbeit)

– Aus der Privatversicherung rausmogeln trotz Vertragsbindung

März 2010:

In Schweden:

– Migrationsverket, Antrag für Aufenthaltsrecht ausfüllen und abgeben

– Skatteverket besuchen und Erkundigungen einholen, ob ich weiter in Ö hauptgemeldet bleiben darf

– Unser neues Haus besichtigen \o/ yeahhhh!

In Ö:

– Nach dem Urlaub Job kündigen und einvernehmliche Lösung mit Ende April anstreben

– Mietvertrag mit Ende März kündigen

– Einbauküche loswerden und Wohnung zurückrenovieren

– neuen EU Pass ausstellen lassen

– Alle Verträge mit Ende März kündigen (Telefon, Internet, Heizung, Strom)

– Bei Sozialversicherung erkundigen wegen EU Versicherungsschutz

April 2010:

– Arbeitsmarktservice besuchen und fragen ob wie mit Fr. Mag. Knobloch besprochen die Frist von 4 Wochen im eigenen Land arbeitslos zu sein, bevor eine EU weite Arbeitssuche möglich ist abzukürzen http://www.ams.at/sfa/14080_798.html

– Kisten packen, Kisten packen, Kisten packen …

– Restmöbilar verkaufen, verschenken, Bücher zum Verkauf einstellen, Schnickschnack entsorgen

– Keller ausräumen und Entsorgen

– Bei meiner Mutter hauptmelden (falls ich gemeldet sein darf in Ö)

Nicht zu vergessen in allen Monaten noch viel meine Eltern besuchen und Schwedisch lernen, Schwedisch lernen, Schwedisch lernen.

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Der Umzug ist organisiert, es war eine lange Zitterpartie. In vielen Foren habe ich gefragt, gebeten, genervt wie man am besten umziehen könnte. Oft bekam ich als Antwort „rein ins Auto“ oder „LKW mieten“ … tja, leider wohne ich nicht in Norddeutschland, sondern im tiefsten Osten von Österreich und wir haben in Schweden nunmal keinen gefüllten Haushalt sondern ein Antik-gefülltes Haus das dringend frischen Wind braucht um die Opa-Atmosphäre zu verlieren. Lang habe ich gebibbert und gezittert welche Möbeln ich mitnehmen kann, was sich ausgeht, was zu teuer wird und ich kann nur sagen, offene Worte, verhandeln und Angebote einhohlen zahlt sich aus. Mit meinem ganzen Haushalt (ohne Küche) und PKW zahle ich nun EUR 2.520,- alles in allem. Nur meine geliebte Vitrine und ein paar alte „Kasterln“ muss ich zurücklassen. Ansonsten kommt jeder Spiegel, jede Lampe, ja sogar das Bügelbrett mit.

Das ist doch mal was, oder? Sollte alles auch so gut funktionieren wie es sich jetzt anhöhrt, werde ich im Nachhinein auch die Firma hier als Referenz angeben. Die ersten Angebote die ich erhalten habe, waren 3.200 ohne PKW und 4.200 mit PKW. Die billigste Firma für mich als Ösi habe ich tatsächlich in Hamburg ansässig gefunden, schon lustig was? Und als die auch zu teuer war, habe ich mit offenen Karten gespielt und mich durchverhandelt und nun fühl ich mich als Sieger 🙂 Ob das Taktik von der Firma war? Man weiß es nicht, hauptsache alle sind erstmal zufrieden und zumindest ein Meilenstein ist gelegt.

Ansonsten herrscht das pure Chaos und nichts ist fix. Nicht wann wir in unser Haus können, nicht wie ich meine Wohnung loswerde. (So eine Gemeindewohnung hört sich gut an und entpuppt sich zur Farce vom Staat wenn man sie auflösen will. Tausend Leute wollen die Wohnung aber niemand hat die Berechtigung mit dem richtigen Stempel und dem richtigen Datum am Stempel, ein Witz)

Vor der Kündigung habe ich ein wenig Angst, damit begebe ich mich in die Höhle des Löwens, mache mich zum Hausweibchen, dass sich in die finanziellen Hände eines Mannes begibt. Aber, wer nicht wagt der nicht gewinnt – ich hoffe schnell irgendeinen Job in Schweden zu finden und meinen Teil beizutragen. Was die Kollegen und der Chef sagen ist auch so eine Sache – mir ist es immer so unangenehm mich Kritik und Konfrontation zu stellen – aber was solls, da muss und werde ich durchgehen.

Heute ist mein Päckchen von Amazon gekommen  http://www.amazon.de/gp/product/images/3468803826/sr=8-2/qid=1265760610/ref=dp_image_text_0?ie=UTF8&n=299956&s=books&qid=1265760610&sr=8-2  Nachdem ich ja meinen „Schwedisch AKTIV“ Sprachlehrgang verloren hatte, habe ich gut überlegt. Soll ichs nochmal mit demselben Programm probieren, oder etwas anderem eine Chance geben. Schwedisch AKTIV war super interaktiv, ohne Buch und ganz bequem, aber als ich im VHS Kurs gesessen bin habe ich gemerkt wie viel Grammatik mir gefehlt hat und über Langenscheidts Praktischen Sprachlehrgang habe ich gehört, dass er sehr Grammatikvertiefend arbeiten soll. Das ist jetzt quasi mein letzter Vorstoß nicht ganz „vertrottelt“ und ahnungslos nach Schweden zu gehen und meinen Sprachschatz nochmal aufzupolieren.

Desweiteren liegt hier schon die Flasche Sekt bereit, die ich den Freunden (Pärchen) meines Schatzes zur Verlobung mitbringen werde. Kontakte knüpfen heißt die Devise. „Sie“ ist sehr nett und eine Freundin in Schweden zu haben wäre schonmal nicht schlecht.  

So, der Countdown läuft … noch 19 Tage bis zu meinem letzten Urlaubsflug nach Schweden … das nächste Mal wenn ich dorthin fliege, fliege ich hoffentlich als Einwohner mit Aufenthaltsbewilligung.