the window to my life

Archiv für die Kategorie ‘Arbeit’

Wirtschaftskrise in Österreich – nej tack!

Also ich muss sagen es ist schon ein seltsames Gefühl. Ich mache gerade Termine für Bewerbungsgespräche bezüglich meiner eigenen Stelle. Und was einem die Bewerber so erzählen oder wie sie sich so anstellen, da bleibt einem der Mund offen stehen … mir zumindest.

– Die eine will gar nicht kommen, wenn sie nicht mindestens 3.300 verdient – soll mal eben zum Chef reingehen und nachfragen, sonst verschwendet sie ihre Zeit gar nciht
– Die andere will sich nicht extra bei der Firma freinehmen und nur nen Abendtermin (wenn ich mich da erinner was ich bei der alten Firma auf mich genommen habe an gefakten Arztterminen, etc.)
– Die nächste ist schon woanders in der engeren Wahl und will nur kommen wenn die absagen ….

Ach Gott *ans hirn schlag* also die Wirtschaftskrise muss in Österreich schon vorbei sein wirklich …. und die Gehaltsvorstellungen, wenn ich mir da denke das ich persönlich mit meinen schon total in die Knie gehen würde, nur um eine Chance in Schweden bekommen zu können.

Advertisements

Schlägt eine Tür zu, öffnet sich eine neue?

Das ist die Frage … wie ist das. Öffnet sich immer eine neue Tür, wenn eine andere zugeht? Im Moment kommt es mir nicht so vor. Ich habe grade einen riesen Motivationsdämpfer bekommen und es ist, wie wenn jemand dir gegen den Brustkorb schlägt und dir alle Luft schmerzhaft aus den Lungen entweicht.

Ich habe gerade bei der schwedischen Firma angerufen, bei der ich mich um die deutsche Position im Call Center beworben habe. Ich habe lang hin und her überlegt, wollte aber einfach wissen ob meine Unterlagen angekommen sind. Antwort habe ich keine bekommen, die deutschsprachige Dame hatte dort keinen Zugriff darauf, aber gesagt hat sie mir schon was. Nämlich das sie gehört hat, dass außerordentlich viele Bewerbungen eingegangen sind. Ich war schon verwundert. Ich weiß nicht soviel über die Wirtschaftslage in Schweden. Ist die Situation so verzweifelt, dass sich die Leute erschlagen einen Job für eine 6 Monate Befristung zu bekommen? Und sind soviele Schweden gewandt in Deutsch? Die Schweden die ich bis jetzt getroffen haben, sprechen kaum oder sehr schlechtes Schuldeutsch.

Anyway … Anyhow hat mich das total demotiviert. Wieso sollten sie gerade mich nehmen? Die Olle aus Österreich die nichtmal gescheit Schwedisch spricht? Weil ich Muttersprachlerin bin? Hoffentlich! Aber wer weiß wie viele Deutsche dort auf ihre Chance harren. Es ist eine 58.000 Einwohner Stadt, für mich ist das – wie wir österreichischen Hauptstädter sagen würden – „ein Spuckdreckerl“ … aber die städtische Versnobtheit kann ich wohl mit meinen anderen Habseeligkeiten in die Umzugskisten packen und am Weg verlieren … es scheint als habe ich Värmland eindeutig unterschätzt und als würde sich die Arroganz gerade bei mir rächen.

Es tut mir weh zu sehen, wie ungern man mich in meiner jetzigen Firma gehen lässt und was ich da eintauche für die Hausfrauentätigkeit. Es tut mir wirklich zutiefst weh, wie sehr ich meine Kollegen missen werde – wie sehr ich doch jetzt das Gefühl habe, dass meine Arbeit hier geschätzt wird und wie unbedeutend ich am Arbeitsmarkt in Schweden bin. Kann ich mir doch meinen mühsam abgetippten englischen Lebenslauf an den Hut stecken und all meine schwärmenden deutschen Dienstzeugnisse.

Ich wünschte, ich könnte mir eine Scheibe Optimismus von jemanden abschneiden. 😦

Nun geht es Schlag auf Schlag

– meine Wohnung ist verkauft bzw. die Weitergabe ist vereinbart – nur einige Befunde bin ich noch schuldig
– mein Dienstverhältnis wird offiziell aufgelöst – alle Kollegen wissen Bescheid (was hab ich geheult gestern als es endlich raus war)

– und das wichtigste ….. das sind gleich zwei Dinge!

1. ) Ich habe uppehållstillstånd also Aufenthaltsrecht bis 10. März 2012 bekommen.

s

Das ist einfach ein wundervolles Gefühl. Mein Schatz war jetzt ne Woche in Norwegen arbeiten und als er gerade heimkam, lag der Brief im Briefkasten. Unsere Partnerschaft ist als „seriös“ bezeichnet und ich darf mich zwei Jahre lang im Land befinden. Das nächste was ansteht ist jetzt also meine ganzen Verträge kündigen und dem Umzug steht dann nichts mehr im Weg …. *arme in die luft schmeiß*

Jetzt muss ich nur noch rausfinden, ob ich einen Sticker in meinen Pass brauche, oder so?!

2. ) Ich habe doch tatsächlich einen Job in Aussicht, wer hätte das gedacht? Eine liebe Bekannte aus dem Internet, die ich schon erwähnt hatte hier an anderer Stelle und die alles was ich vor mir habe, schon hinter sich hat (sie ist Anfang des Jahres von Hamburg nach Schweden zu ihrem Schatz ausgewandert) hat mir eine Jobanzeige aus Karlstad für eine deutsche Call-Center Mitarbeiterin geschickt.

Das ist einfach der Wahnsinn! Erstens die Möglichkeit mit meiner Kommunikationsstärke in Deutsch in Schweden zu arbeiten (obwohl der Job leider auf 6 Monate befristet ist – ist eine Mutterschaftsvertretung) und dann … sind wir es uns ehrlich … wer ist heutzutage so selbstlos und nett und tut soetwas? Sie hat mir geschrieben sie war auf Jobsuche, hat sich in der Stadt verklickt und hatte quasi das Jobangebot vor sich und hat an mich gedacht. Wer ist so nett in der heutigen Zeit? Wäre die normale Reaktion nicht das Angebot enttäuscht zuzuklicken, weil es nichts für einen selbst ist? Ich weiß es nicht, ich weiß nicht was ich getan hätte, ich weiß nur das ich meine ganzen Hoffnungen und Träume in dieses Jobangebot setze und das ich so unheimlich dankbar bin.

Ich rief gleich am nächsten Tag bei der Firma an und stellte 3 Fragen an die deutsche Mitarbeiterin:

1.) Braucht man schwedisch für den Job?
Antwort: Sie brauchen dahingehend schwedisch, da die Arbeitskollegin nur schwedisch sprechen.
Merkpunkt: Ich dachte vorher die ganze Firma wäre deutsch, aber es scheint das eine Einzelperson die deutschen Kunden bearbeitet und diese jetzt in Mutterschutz geht für 6 Monate.

2.) In welcher Sprache soll ich meine Unterlagen schicken? Deutsch, Englisch, Schwedisch?
Antwort: schwedisch
Merkpunkt: Nach deutsch hatte ich dahingehend gefragt, da ich von Grund an dachte, es handelt sich vielleicht um eine deutsche Geschäftsführung und da deutsch so ausdrücklich gewünscht war, dachte ich mit dem könnte man vielleicht sogar noch auftrumpfen. Nachdem ich hörte in schwedisch, schnürte sich mir der Hals zu … das konnte ich doch gar nicht schaffen, mein schwedisch ist nicht annähernd so gut.

3.) Ab wann wäre die Dienststelle zu besetzen?
Antwort: Sommer
Merkpunkt: Klasse, da ich ab Anfang Mai in Schweden bin!

Dann meinte ich halt noch zu der Dame, dass ich leider kaum schwedisch spreche, sie sagte sie würde mit ihrem Boss sprechen und mich zurückrufen. Das geschah auch gleich zwei Stunden später.

Diesmal sahen die Antworten schon ganz anders aus:

– zu 1.) fragte sie mich, ob ich fließend englisch sprechen könne für die Bürokommunikation, was ich natürlich fleissig bejahte. Ich hoffe darauf, dass ich als deutsch native speaker da einfach genug Pluspunkte habe, dass das holprige schwedisch eventuell in Kauf genommen wird.

– zu 2.) ihr Boss meinte ich darf meine Bewerbung auch in englisch schreiben. Juhuuu was für ein Stein vom Herzen. Ich habe daraufhin zwei Tage mit Hochdruck an meinen Bewerbungsunterlagen gefeilt und mich schlussendlich noch dazu durchgerungen sie um 30,- von einer Übersetzerin Korrektur lesen zu lassen. Sicher ist sicher, da wollte ich kein Risiko eingehen.

– zu 3.) der Boss meinte ab Ende Mai wäre die Stelle eventuell schon zu besetzen, das wäre natürlich noch viel besser als Sommer. Im Stellenangebot stand auch „6 Monate oder länger“ und ich denke mir, wenn er mich mit Ende Mai anstellen will damit ich noch 1 Monat eingelernt bin, dann gibt es 8 Wochen Schutzfrist und wer weiß, vielleicht will die Dame ja doch ein paar Monate länger beim Baby daheim bleiben, man kann ja hoffen.

Ich bin geradezu besessen von dem Job, ich muss ihn kriegen, ich will ihn kiegen. Er ist meine Ausflucht … ich müsste nicht in der Einöde versauern, putzen gehen um ein bissel dazu zu verdienen, mich nicht von „seiner“ Familie dauernd zur Rede stellen lassen was ich denn nun mache. Ich bin kein selbstsüchtiger Mensch, aber diesen Job wünsche ich mir, so sehr, so sehr.

Am Mittwoch habe ich die Unterlagen weggeschickt …. bis 27. März geht die Ausschreibung. Bitte …