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Archiv für die Kategorie ‘Schweden’

Jungle Alfa-Kassan & Arbetsförmedlingen

Geschenkt wird einem nichts in Schweden.

Durchs reden kommen die Menschen zusammen, sagen wir in Österreich und es stimmt. Dauernd erfahre ich was neues in meinem SFI Kurs. Diesmal ist es, dass es etwas gibt das „instegsjobb“ heisst. Jemand der unter 36 Monate Aufenthaltsgenehmigung hat, arbeitslos, einen Schwedisch Kurs macht oder gemacht hat, ist und bei Arbetsförmedlingen registriert hat die Möglichkeit gefördert zu werden. Dem Arbeitgeber der einen anstellt werden 75% des Einkommens erstattet, was einen natuerlich super attraktiv fuer den Arbeitsmarkt macht. Ich bin natuerlich gleich zu Arbetsförmedlingen geflitzt weil ich total schockiert war – mir wird ins Hirn getrichtert ich soll am besten meinen SFI Kurs aufgeben und umsonst ein Praktikum als Putzfrau machen um am schwedischen Arbeitsmarkt Fuss zu fassen … als ob es so völlig unwichtig wäre sich mit Sprache in die Gesellschaft zu integrieren (aber ich bezieh ja Geld – da nur keine Zeit verschwenden ….) und dann wird mir so eine wichtige Info vorenthalten. Dort konnte man mir aber gar nicht helfen und meinte ich soll meinen „handlägare“ anmailen. Ich kriegte nur nen Ausdruck mit auf dem ich lesen konnte, dass das nicht fuer EU Mitglieder gilt.

Das hat mich ebenfalls schockiert. Ich kann mich noch erinnern als ich ein Kind war und meine Eltern fuer die EU gestimmt haben – da haben sie gesagt „wir machens fuer dich Kind – damit du ueberall hingehen kannst – damit du es besser hast als wenn wir nicht dabei wären – damit du Vorteile hast.“ Und Vorteile wurden einem ja mit der EU Mitgliedschaft auch versprochen. Nur wo genau ist mein Vorteil als EU Mitbuerger wenn ich bei solchen Förderungen ausgenommen werde? Dort vor Ort sagten sie mir auch nichts dazu das eine Mitschuelerin von mir noch einen Schwedischkurs an der Folkuniversitätet gezahlt bekommt und dafuer allein das sie schwedisch studiert 170 kronen pro Tag kassiert. Nein dazu können sie nichts sagen, es gäbe viele verschiedene Programme und sie geben ueber andere Leute keine Infos raus. „Infos ueber die Person brauch ich nicht – die hat mir das eh erzaehlt“ sagte ich „nur wie man mir vielleicht besser helfen kann will ich wissen“ aber ich bekam nur Kopfschuetteln.

Nun habe ich das ganze meiner Zuständigen geschrieben und die hat nur geschrieben ich passe nicht in die Kriterien. Nicht etwa weil ich EU Mitbuerger bin (ich habe nämlich erwähnt das ich das traurig finde und ob es nicht auch ein Förderprogramm fuer EU Buerger gibt) sondern weil die Förderung nur fuer Arbeitslose ist die unter 12 Monate beim Arbeitsamt registriert sind. Öhhaaa. …. ok und was trifft da nicht auf mich zu?

Auch Alfa-Kassan spielt lustige Spiele mit mir – Kassakarten die nicht zugeschickt werden, trari trara … alles muss man nachfragen.

Ok ein Plus in Schweden ist, man kann mailen und kriegt auch antworten – aber man muss wirklich schauen das man nicht uebrig bleibt – denn auf dem Tablett serviert wird es einem nicht. Hab Glueck und erfahrs oder bleib blöd …. so irgendwie kommt mir der Jungle  um Arbetsförmedlingen und Alfa Kassan vor.

Und ja … Arbeitslosengeld bekomme ich …. wie viel werde ich nicht schreiben, nur so viel, dass es sogar viel weniger ist als in Österreich das „Notstandsgeld“ vom Arbeitsamt. Man will nicht undankbar sein. Nur wie wird das Geld berechnet? Wie funktioniert das? Das bleibt einem selbst zum erorieren oder nachfragen – das allein nervt ein bisschen.

Wenn irgendjemand sich austauschen mag – reden ist weniger muehsam als schreiben.

Schweden, Sitten und Spätsommer

Heute feire ich meinen ersten kleinen Erfolg. Ich habe das erste Mal mit mir fremden Schweden auf schwedisch gesprochen und zwar bin ich in die Bank und habe einen Scheck eingelöst und Geld eingezahlt. Auf die Frage „hur lång behöver det?“ habe ich zwar ein „vad sa du?“ geerntet, aber ich konnte mich auf schwedisch drueberhangeln. Es ging sicher nicht so gut wie ich wollte, aber es ging irgendwie und ich will mich jetzt bemuehen weniger englisch und mehr schwedisch zu sprechen. Ich glaube das tut mir gut. Statt „på mitt kontot“ habe ich auch „i mitt kontot“ gesagt … aber was solls. Ein Anfang ist gemacht und ich bin relativ stolz und hoffe ich höre mich nicht wie der letzte Affe an.

Letzte Woche habe ich auch den letzten Hauch Spätsommer eingefangen auf Bildern – denn jetzt ist schon alles bunt hier. Die Bilder möchte ich euch noch zeigen.
Ansonsten habe ich gelernt, dass man sich in Schweden unter Freunden zur Begruessung kein Kuesschen gibt (was ich schade finde) und das der Herbst hier nicht am 23. September anfängt und der Fruehling nicht am 21. Maerz, sondern einfach dann wenn halt die Jahreszeit wechselt … interessant interessant.

Und die Kleider haben wir jetzt im Kurs durch – wir können so gut Kleider beschreiben, heute habe ich zu meiner Sitznachbarin gesagt, wenn wir nach Hause in unsere Länder fliegen ist zum. der Telefonsex schonmal gesichert. „Jag har ett par röda strumpbyxor på mig“ 😉 😉 😉

Ach und eine schwedische Weisheit zum Schluss: „Det finns inget dåligt väder. Det finns bara dåliga kläder.“ Ich hoff mal ich hab alles richtig geschrieben, da habe ich noch meine Problemchen. Die Uebersetzung hierzu wäre: „Es gibt kein schlechtes Wetter. Es gibt nur schlechte Kleider.“ Suess oder? Klar, warum sollte sich der Schwede auch eingestehen, dass es in Schweden oft schlechtes Wetter gibt – tze … zieht euch ordentlich an – dann ist das Wetter auch gut.

Das wars fuer heute von mir – hejdå

Was ich an Schweden nicht verstehe ….

… ist der Patriotismus. Und das wird wohl noch eine Weile so bleiben. Ich bin in eine Welt geboren, zwischen zwei Kulturen und so bin ich in Österreich aufgewachsen. Wenn man bei uns auf einer Bomberjacke die österreichische Flagge sieht …. schleeeecht, ganz schlecht – Strassenseite wechseln. Wenn man bei uns in einem Auto die Österreichische Flagge sieht, schleeeecht, ganz schlecht … sicher ein Rechter. Wenn man bei uns aus dem Fenster eine österreichische Flagge sieht, furchtbar schlecht, viel schlimmer geht es eigentlich nur wenn die Burschenschaften die deutsche Flagge hissen, das ist schon sowas wie eine Ohrfeige in das Gesicht jeden Sozialdemokraten in Österreich. Schon bei der EM vor 2 Jahren war dieser Trend mit den Autofahnen seltsam fuer mich, ich konnte nicht verhindern das sich mein Bauch jedes mal zusammengezogen hat wenn ich das gesehen habe. Nach der EM hat die Polizei die Beflaggung von Privateigentum wieder verboten … und mir ging es bedeutend besser. Wer noch beflaggt hatte …. den habe ich auch entsprechendes Blickes gewuerdigt. Wer hisst denn bitte die Flagge einfach so? Ohne Feiertag?

Hier in Schweden muss ich völlig umdenken. Nicht nur das in ALLEN Midsommar Rezepten die ich gelesen habe steht das alles schwedisch sein muss, damit der Schwede gluecklich ist (Schwedischer Hering, Schwedische Erdbeeren, Schwedische „Färsk Potatis“) nein auch jedes unserer Nachbarhaeuser ist beflaggt.

Man mag es nicht glauben unsere Nachbarn haben wirklich meterhohe Fahnenmaste im Garten stehen, nur um die schwedische Flagge tagaus, tagein gehisst zu haben. Und weil das nicht genuegt ist auch noch ein kleines Steckerl an der Hausmauer angebracht wo die Miniaturversion der Schwedenflagge weht. „Ist das rassistisch?“ habe ich meinen Freund gefragt „ach nein“ war die Antwort. Nagut …. der Schwede ist halt ein alter Patriot. Das merke ich schon an meinem Freund, der ungläubig ist das ich mich nicht scheue belgische Erdbeeren zu kaufen, österreichische Suppenwuerfel zu verwenden und davon spreche das ich auch alte, gelbe Kartoffeln gerne esse und das es nicht die viel geliebten, kalorienarmen „färsk potatis“ sein muessen. Auch das ich schon jetzt plane was ich in Ö im September nachkaufen will bringt ihn zu einem Kopfschuetteln und vielleicht hat er recht, vielleicht bin ich ganz ohne eine einzige Flagge zu hissen, auch sehr viel Patriot und meine österreichischen Putzmittel, Hautcremen und Kochgewuerze sind eben das Äquivalent zu färsk potatis und svensk jordgubbar (schwedische Erdbeeren).

Die ganze Woche streiten sich die Zeitungen schon „wird es schwedische Erdbeeren zu Midsommar geben?“ und oh Schreck, oh Graus … daneben ein Bild von gruenen, unreifen Erdbeeren – die Nation bangt um das Fest … *weglach*
Und gestern … die Erdbeerverkaeuferin vorm Supermarkt steht da wie jeden Tag und ich gucke und sage zu meinem Freund – „schau mal, die Erdbeeren sind 10 Kronen teurer geworden“ und da schaue ich nochmal und neben mir leuchten zwei glueckliche Jungenaugen auf …. auf dem Schild steht „svensk jordgubbar“ …. 45 Kronen pro Tasse …. Naja was bleibt mir uebrig als meinem Schatz eine Tasse zu kaufen? Aber erst nach dem Einkauf denke ich mir, ich wollte ihn ueberraschen. Als wir den Supermarkt wieder verlassen … fallen mir die Augen aus dem Kopf. Wo vorher mindestens 30 Tassen Erdbeeren standen, war jetzt nichts …. das letzte Tatzerl wurde gerade verkauft. Tja … sagte mein Freund niedergeschlagen: Die Schweden mögen eben Erdbeeren …. „Schwedische Erdbeeren“ fuege ich im Kopf hinzu und sage nichts. Ich glaube … ich werde mich gleich anziehen und auf die Jagd nach welchen gehen … vielleicht kann ich ihn ja nach der Arbeit ueberraschen, lach.

Ueber Midsommar spricht jeder … vorallem auf dem Land …. wir haben versucht eine Party zu organisieren, waren aber zu spaet drann … jeder hatte einfach schon etwas vor. Jetzt …. werden wir einfach mit den Nachbarn feiern schaetze ich. Mein Schatz meint solang man Schnaps mitbringt kann man ueberall mitfeiern. Als dazupassendes Bildmaterial empfehle ich auf Links-Katgos Auswandererblog zu klicken und sich das Video zum schwedischen Midsommar anzugucken, lach.

Liebe Gruesse vom Schwedischen Land – bis bald!

Schweden, oh Schweden!

Ich bin in Schweden angekommen und das schon vor rund 3 Wochen. Aber bis jetzt war soviel los das ich noch nicht zum schreiben gekommen bin.

Am 5. Mai ist mein Flugzeug gelandet, ganz ohne vulkanische Probleme oder Störungen. Am 6. Mai waren wirs sofort bei Skatteverket und beim Arbeitsförmeldingen, sprich beim schwedischen Arbeitsamt.  Ich nehme etwas in Anspruch, das sich Leistungsexport nennt. Man kann als EU Bürger ins EU Ausland auf Arbeitssuche gehen und 3 Monate seinen Arbeitslosenanspruch mitnehmen. Das Problem war nur, die Gesetze haben sich mit 1. Mai geändert und als Auswanderin mit 5. Mai war ich Österreichweit die Erste. Ich wusste 3 Tage vor meinem Flug noch immer nicht ob ich ausreisen kann. Mein Arbeitsamt war ratlos bezüglich der Gesetzesänderung. Alle notwendigen Formulare lagen in Brüssel zur Unterschrift, keiner kannte sich aus. Und ich hatte echt Stress damit, ganz nebenbei bin ich ausgezogen und habe noch Vollzeit gearbeitet. Sind wirs uns ehrlich – es war keine schöne Zeit für mich, ich habe mich nur noch gefühlt wie ein wandelnder Zombie und sogar in der Firma haben mich die Leute angesprochen, ob ich leicht neben mir stehe. Es war einfach eine Mischung aus Stress & Schlafmangel & Pack-Wahnsinn die da extrem aufeinander prallte.

Kurz und gut, ich habe mein benötigtes Leistungsexportformular am letzten Tag vor der Ausreise erhalten, mit der Auflage sich in den nächsten 7 Tagen in Schweden beim Arbetsförmedlingen zu melden und genauen Instruktionen, wie sich das schwedische Amt in Österreich zurück melden muss. Nämlich mit dem neuen Formular U009 auf die Anfrage von Österreich des Formulars U1 – das sind die neuen Bezichnungen!

Wir sind also gleich am 6. Mai los und haben erstmal beim Skatteverket eine Personnummer angefordert – dazu brauchte ich meine Aufenthaltsberechtigung vom Migrationsverket und meinen Pass und natürlich meine neue Adresse. Drei Wochen hieß es wird es dauern. Da ich aber ja Katgo kenne, die auch ausgewandert ist und bei der das alles viel schneller ging, war ich zuversichtlich. Dann zum Arbetsförmedlingen. Dort habe ich helle Aufregung verbreitet. Aber bevor ich davon schreibe, sei kurz erwähnt. Wir sprechen hier nicht von einem Arbeitsamt wie in Wien – kalt, grau – tausende oder zumindest hunderte Menschen in langen Schlangen. Wir sprechen von einem freundlichen, hellen Großraumbüro in dem lächelnde Jobcoaches herumstehen bei Stehtischen. Beratern die an einladenden Schreibtischen sitzen, auf die man einfach zugeht (viel war ja nicht los – wahrscheinlich weil man in Schweden auch viel per Internet machen kann) und die einen mit Vornamen ansprechen und dir auch ihren Vornamen nennen.

Aber zurück zur Aufregung. Auch in Karlstad war ich der erste Auswanderfall seit der neuen EU Erlassung in Brüssel. Es wurde sogar gemutmaßt ich sei Europaweit die Erste, aber naja … das glaube ich nicht. Sicher gabs irgendwo in der EU irgendwem der zwischen 1. und 4. Mai ausgewandert ist und so ziemlich das selbe wie ich mitgemacht hat. Jedenfalls mussten extra Spezialisten herangeholt werden die auf der EU Schulung waren. Meine Beraterin war nun „Anne-Catrin“ nagut. Das erste was man mir um die Ohren knallte war, ich könne mich nicht arbeitslos melden ohne Personnummer. Leichte Panik kam in mir hoch – ich musste mich doch innerhalb von 7 Tagen melden – sonst konnte ich mir meinen Arbeitslosenanspruch an den Hut stecken. Und da ich leider nicht mit einem Geldpolster nach Schweden gekomen bin, bin ich ziemlich angewiesen auf diese 3 Monate Arbeitslosengeld. Kurz und gut, Anne-Catrin hat meinem Arbeitsamt ein e-mail geschrieben, dass ich mich registriert hätte und das U009 ist heute als Kopie zu mir ins Haus geflattert. Das nenne ich unbürokratisch. Ob das U009 auch in Wien angekommen ist seh ich wohl am Monatsanfang, wenn das Arbeitslosengeld ausbezahlt werden soll. Ein schlechtes Gewissen Arbeitslosengeld zu bekommen habe ich ganz und gar nicht, schließlich habe ich jetzt jahrelang auch in die Arbeitslosenkassa einbezahlt. Ich rechne mich also quasi, lach. Und Geld bekomme ich ja im Ausland auch nur 3 Monate … leider nicht mehr.

Es gäbe da einen Trick … hat mir jemand bei der Landesregierung, zuständig für europäischen Leistungsexport verraten – aber diesen Trick behalte ich mir vor, falls ich ihn anwende und wenn er klappt – dann verrate ich ihn euch.

Achja …. meine Personnummer hat 2 Wochen gedauert, aber schließlich habe ich sie nun auch – und wie herrlich sie ist, Zahlendopplungen, einfach zu merken, wie für mich gemacht! Nun möchte ich mir eine ID-Kort – also eine ID Karte holen und am 7. Juni ist mein nächster Termin beim schwedischen Arbeitsamt mit Marlin (einer Dame) Bin ja mal gespannt was die mir zu sagen hat bezüglich Arbeitssuche.

Ansonsten ist von meiner ToDo Liste die ich in Österreich in den letzten Tagen noch erstellt habe kaum etwas übrig. Ich werde mein Auto schwedisch machen, das Ansuchen für Ursprungskontrolle ist der erste Schritt dabei. Mich kostet nur das Ansuchen dazu 1.300 Kronen, also rund 130 Euro. Eingereicht habe ich es schon, aber weggeschickt noch nicht (die Rechnung ist witzigerweise trotzdem schon da) da mir der Kaufvertrag im Original gefehlt hat zu den nötigen Unterlagen. Meine Mama hat selbiges in Kopie mit Originalstempel jetzt an mich per Post geschickt. Ein Original kann man nicht mehr bekommen und mein Kaufvertrag ist einfach so verschwunden … hust … hust.

Ansonsten habe ich die letzten Wochen hauptsächlich dazu genutzt Kisten auszupacken, Möbel aufzustellen, Kleidung einzuräumen und für alle meine Sachen einen neuen Platz zu suchen. Außerdem sind wir wie wild durch Ikea und andere Möbelhäuser gejoggt um all die Kleinigkeiten zu kaufen an die vorher keiner gedacht hat. Dabei muss ich sagen, da wir jetzt von einem Gehalt leben, haben wir viel Sprit verfahren und im Endeffekt wenig gekauft.

Mein Ansuchen bei Komvux für einen SFI – Svenska för Invandrare Kurs habe ich auch schon abgeschickt, jetzt wo ich meine Personnummer habe und warte jeden Tag inständig auf Antwort. Das wäre eine sehr willkommene Abwechslung für mich und naja, es ist auch langsam ein wenig unangenehm dauernd „jag inte pratar svenska“ („ich spreche kein schwedisch“) von sich zu geben, sobald man angesprochen wird. Witzigerweise habe ich entdeckt, das manche Bankomat-Zahl-Geräte eine Englisch Taste haben, juhuuuu.

Anbei hänge ich noch zusammenhanglos ein paar Bilder vom neuen Zu Hause an, für diejenigen die es interressiert.

Vor unserem Haus liegt ein wunderschöner ….

Sogar ich als Anti-Naturmensch habe letztens einen Spaziergang zum Ufer gewagt …

Alte Möbeln ganz neu … hier meine alten Wiener Möbel integriert in EHEMALIGEN schwedischen Landhausstil …

Waschen auf schwedisch … gut das man sich das wichtigste auf unserer neuen Waschmaschine zusammenreimen kann ..

Und unser neues Klo … endlich nach 4 Wochen motzen ist es gestern eingebaut worden weil ich mich geweigert habe das alte zu putzen – ich verschweige euch jetzt einfach mal den Zustand.
Viel witziger ist eigentlich, dass sich die Schweden darüber kaputt lachen das wir „Österreicher“ beim … wie sag ich das jetzt … sich selbst erleichtern, auf eine kleine Stufe „machen“ und das ganze
dann erst runterspülen.  Das sorgte für Lachkrämpfe in kleiner Runde. Ich hingegen bin abgeturnt von der schwedischen Toilettenstruktur wo man direkt ins „Loch“ macht … aber nagut … man
nimmt die „örtlichen“ Gegebenheiten wie sie sind. 😉

Nun geht es Schlag auf Schlag

– meine Wohnung ist verkauft bzw. die Weitergabe ist vereinbart – nur einige Befunde bin ich noch schuldig
– mein Dienstverhältnis wird offiziell aufgelöst – alle Kollegen wissen Bescheid (was hab ich geheult gestern als es endlich raus war)

– und das wichtigste ….. das sind gleich zwei Dinge!

1. ) Ich habe uppehållstillstånd also Aufenthaltsrecht bis 10. März 2012 bekommen.

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Das ist einfach ein wundervolles Gefühl. Mein Schatz war jetzt ne Woche in Norwegen arbeiten und als er gerade heimkam, lag der Brief im Briefkasten. Unsere Partnerschaft ist als „seriös“ bezeichnet und ich darf mich zwei Jahre lang im Land befinden. Das nächste was ansteht ist jetzt also meine ganzen Verträge kündigen und dem Umzug steht dann nichts mehr im Weg …. *arme in die luft schmeiß*

Jetzt muss ich nur noch rausfinden, ob ich einen Sticker in meinen Pass brauche, oder so?!

2. ) Ich habe doch tatsächlich einen Job in Aussicht, wer hätte das gedacht? Eine liebe Bekannte aus dem Internet, die ich schon erwähnt hatte hier an anderer Stelle und die alles was ich vor mir habe, schon hinter sich hat (sie ist Anfang des Jahres von Hamburg nach Schweden zu ihrem Schatz ausgewandert) hat mir eine Jobanzeige aus Karlstad für eine deutsche Call-Center Mitarbeiterin geschickt.

Das ist einfach der Wahnsinn! Erstens die Möglichkeit mit meiner Kommunikationsstärke in Deutsch in Schweden zu arbeiten (obwohl der Job leider auf 6 Monate befristet ist – ist eine Mutterschaftsvertretung) und dann … sind wir es uns ehrlich … wer ist heutzutage so selbstlos und nett und tut soetwas? Sie hat mir geschrieben sie war auf Jobsuche, hat sich in der Stadt verklickt und hatte quasi das Jobangebot vor sich und hat an mich gedacht. Wer ist so nett in der heutigen Zeit? Wäre die normale Reaktion nicht das Angebot enttäuscht zuzuklicken, weil es nichts für einen selbst ist? Ich weiß es nicht, ich weiß nicht was ich getan hätte, ich weiß nur das ich meine ganzen Hoffnungen und Träume in dieses Jobangebot setze und das ich so unheimlich dankbar bin.

Ich rief gleich am nächsten Tag bei der Firma an und stellte 3 Fragen an die deutsche Mitarbeiterin:

1.) Braucht man schwedisch für den Job?
Antwort: Sie brauchen dahingehend schwedisch, da die Arbeitskollegin nur schwedisch sprechen.
Merkpunkt: Ich dachte vorher die ganze Firma wäre deutsch, aber es scheint das eine Einzelperson die deutschen Kunden bearbeitet und diese jetzt in Mutterschutz geht für 6 Monate.

2.) In welcher Sprache soll ich meine Unterlagen schicken? Deutsch, Englisch, Schwedisch?
Antwort: schwedisch
Merkpunkt: Nach deutsch hatte ich dahingehend gefragt, da ich von Grund an dachte, es handelt sich vielleicht um eine deutsche Geschäftsführung und da deutsch so ausdrücklich gewünscht war, dachte ich mit dem könnte man vielleicht sogar noch auftrumpfen. Nachdem ich hörte in schwedisch, schnürte sich mir der Hals zu … das konnte ich doch gar nicht schaffen, mein schwedisch ist nicht annähernd so gut.

3.) Ab wann wäre die Dienststelle zu besetzen?
Antwort: Sommer
Merkpunkt: Klasse, da ich ab Anfang Mai in Schweden bin!

Dann meinte ich halt noch zu der Dame, dass ich leider kaum schwedisch spreche, sie sagte sie würde mit ihrem Boss sprechen und mich zurückrufen. Das geschah auch gleich zwei Stunden später.

Diesmal sahen die Antworten schon ganz anders aus:

– zu 1.) fragte sie mich, ob ich fließend englisch sprechen könne für die Bürokommunikation, was ich natürlich fleissig bejahte. Ich hoffe darauf, dass ich als deutsch native speaker da einfach genug Pluspunkte habe, dass das holprige schwedisch eventuell in Kauf genommen wird.

– zu 2.) ihr Boss meinte ich darf meine Bewerbung auch in englisch schreiben. Juhuuu was für ein Stein vom Herzen. Ich habe daraufhin zwei Tage mit Hochdruck an meinen Bewerbungsunterlagen gefeilt und mich schlussendlich noch dazu durchgerungen sie um 30,- von einer Übersetzerin Korrektur lesen zu lassen. Sicher ist sicher, da wollte ich kein Risiko eingehen.

– zu 3.) der Boss meinte ab Ende Mai wäre die Stelle eventuell schon zu besetzen, das wäre natürlich noch viel besser als Sommer. Im Stellenangebot stand auch „6 Monate oder länger“ und ich denke mir, wenn er mich mit Ende Mai anstellen will damit ich noch 1 Monat eingelernt bin, dann gibt es 8 Wochen Schutzfrist und wer weiß, vielleicht will die Dame ja doch ein paar Monate länger beim Baby daheim bleiben, man kann ja hoffen.

Ich bin geradezu besessen von dem Job, ich muss ihn kriegen, ich will ihn kiegen. Er ist meine Ausflucht … ich müsste nicht in der Einöde versauern, putzen gehen um ein bissel dazu zu verdienen, mich nicht von „seiner“ Familie dauernd zur Rede stellen lassen was ich denn nun mache. Ich bin kein selbstsüchtiger Mensch, aber diesen Job wünsche ich mir, so sehr, so sehr.

Am Mittwoch habe ich die Unterlagen weggeschickt …. bis 27. März geht die Ausschreibung. Bitte …

Während in Österreich die ersten Knospen erbluehen …

… ist es in Schweden noch tiefster Winter.  Hier ein Bild, welches ich gestern geschossen habe, nicht fern von meinem neuen zu Hause.

Jaaaaaaaaaaa genau so abgelegen *lach* oder zumindest fast. Wir wohnen waahnsinnige 5 Minuten von dort weg. Und ich bin noch immer hin und hergerissen zwischen Schock und Zauber. Ist es nun bedrueckende Einöde, auf die mein Auge blickt, oder bezaubernde Natur? Die angeheiratete Ex-Oma meines Freundes hat gestern erzaehlt, sie wohnte 10 Jahre dort wo wir nun hinziehen werden. Im Sommer wäre es ein Segen und im Winter ein Fluch. So ca. kann ich mir das auch vorstellen – aber nicht nur Svedenäs (unseren Ort) sondern ganz Mittelschweden. Soll es doch zur Winterzeit schon am fruehen Nachmittag dunkel werden.

Wie ihr schon mitbekommen habt, ja ich bin gerade in Schweden und am meisten vermisse ich im Moment gerade meine deutsche Tastatur – ich haemmere immer aufs y statt aufs z und auch umgekehrt. Und mit den Umlauten finde ich mich noch gar nicht zurecht … äåöå ….

Erledigt haben wir schon einiges. Gestern waren wir beim Migrationsverket in Karlstad und auch gleich beim Skatteverket. Leider konnte mir das Skatteverket kaum noch Auskunft geben wie das einmal mit Meldung und Versicherung aussehen wird, aber zumindest haben wir ohne Probleme den Personbevis bekommen, den mein Schatz fuer mein Ansuchen beim Migrationsverket braucht.

Am Migrationsverket war es lustig, mein Freund hat gesprochen und ein hektischer Mitarbeiter der nur mit halben Ohr zuhörte, fragte „You are Austrian?“ (zu meinem Freund) … Hihi … jawoll … das wärs ja. Die hilfreiche Assistentin murmelte peinlich betreten was von „nej, Värmland“ und dann haben wir auch schon zwei Formulare in die Hand gedrueckt bekommen. Ich sollte mir aussuchen als was ich einreiche. Ich hab dann das mit der „Partnerschaft“ genommen, wobei ich ehrlich gesagt aus dem Internet eine andere Version kannte. Mein schön verfasster Text bzgl. Partnerschaft war ueberhaupt nicht verlangt, ich habe ihn trotzdem beigelegt.

Hier die stundenlang bearbeiteten Papiere, kurz vor ihrem Weg auf die Tankstelle (wo zumindest der Värmländer seine Post aufgibt)

Was gibt es noch so zu berichten?

Ich habe ein Abendessen mit der ganzen schwedischen Familie meines Schatzes väterlicherseits hinter mir. Es war anstrengend.
Das fing an bei Nicht-wirklich-Opa Magnus, der nur deutsch reden wollte und den ich nicht verstand, ging weiter ueber Ex-Oma Elli, die eine so suesse und herzliche Person ist, mich aber nicht aufgehört hat wie ein Wasserfall auf schwedisch auszufragen und endete nicht bevor ich ein mehrgaengiges Menue verspeist und viele Fragen beantwortet habe, was ich hier machen will, wie ich mir das so vorstelle, etc. Begleitet von einer kleinen Panikattacke im nirgendwo festzusitzen mit dem Auto 3 km weit weg geparkt und vor lauter Bäumen keinen Himmel mehr sehend.

Unser Haus habe ich auch endlich gesehen, wenn auch von meterhohem Schnee fast begraben. Es ist ein Traum mit zu niedrigen Decken, zu kleinen Räumen und zu winzigen Fenstern … aber gut angelegt und wunderschön. Ich bin sicher wir werden ein wohliges Heim daraus machen mit viel Liebe und noch mehr Cash (… das wir erst einmal verdienen muessen)

Heute waren wir im Tapetenshop und haben Tapeten ausgesucht. Zwei von drei habe ich fotografiert.

Fuer die Kueche:

Und fuer eine Wand im Wohnzimmer:

Fuer das Esszimmer haben wir wirklich wundervoll orientalisch schwarze Tapeten ausgesucht, fuer die beiden Schmalwaende und so habe ich endlich die rote Elefantengrastapete aus dem Kopf meines Schatzes verdraengt *gesicht zieh*

Das war es jetzt eigentlich auch schon mit meinen Taten. Ein paar Tage habe ich noch hier und werde die schwedische Kaltluft geniessen, die eigentlich so frisch sein muesste (soviele Nadelbaeume hier stehen), die aber doch so seltsam parfumiert riecht …

So lege ich die Haende in den Schoss zurueck und warte … was denn nun als naechstes passiert.

Es wird ernst …

Der Umzug ist für 29. April 2010 bestellt und ein One-Way Ticket ist für 04. Mai 2010 von Wien nach Schweden gebucht.
Es wird ernst mit meinen Plänen und ich habe ein bißchen ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber nur wegen der finanziellen Ängste. Und sobald ich mir denke „das schaffen wir schon“ kommt dieses unbändige Glücksgefühl hoch.