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Archiv für die Kategorie ‘Arbetsförmedlingen’

Jungle Alfa-Kassan & Arbetsförmedlingen

Geschenkt wird einem nichts in Schweden.

Durchs reden kommen die Menschen zusammen, sagen wir in Österreich und es stimmt. Dauernd erfahre ich was neues in meinem SFI Kurs. Diesmal ist es, dass es etwas gibt das „instegsjobb“ heisst. Jemand der unter 36 Monate Aufenthaltsgenehmigung hat, arbeitslos, einen Schwedisch Kurs macht oder gemacht hat, ist und bei Arbetsförmedlingen registriert hat die Möglichkeit gefördert zu werden. Dem Arbeitgeber der einen anstellt werden 75% des Einkommens erstattet, was einen natuerlich super attraktiv fuer den Arbeitsmarkt macht. Ich bin natuerlich gleich zu Arbetsförmedlingen geflitzt weil ich total schockiert war – mir wird ins Hirn getrichtert ich soll am besten meinen SFI Kurs aufgeben und umsonst ein Praktikum als Putzfrau machen um am schwedischen Arbeitsmarkt Fuss zu fassen … als ob es so völlig unwichtig wäre sich mit Sprache in die Gesellschaft zu integrieren (aber ich bezieh ja Geld – da nur keine Zeit verschwenden ….) und dann wird mir so eine wichtige Info vorenthalten. Dort konnte man mir aber gar nicht helfen und meinte ich soll meinen „handlägare“ anmailen. Ich kriegte nur nen Ausdruck mit auf dem ich lesen konnte, dass das nicht fuer EU Mitglieder gilt.

Das hat mich ebenfalls schockiert. Ich kann mich noch erinnern als ich ein Kind war und meine Eltern fuer die EU gestimmt haben – da haben sie gesagt „wir machens fuer dich Kind – damit du ueberall hingehen kannst – damit du es besser hast als wenn wir nicht dabei wären – damit du Vorteile hast.“ Und Vorteile wurden einem ja mit der EU Mitgliedschaft auch versprochen. Nur wo genau ist mein Vorteil als EU Mitbuerger wenn ich bei solchen Förderungen ausgenommen werde? Dort vor Ort sagten sie mir auch nichts dazu das eine Mitschuelerin von mir noch einen Schwedischkurs an der Folkuniversitätet gezahlt bekommt und dafuer allein das sie schwedisch studiert 170 kronen pro Tag kassiert. Nein dazu können sie nichts sagen, es gäbe viele verschiedene Programme und sie geben ueber andere Leute keine Infos raus. „Infos ueber die Person brauch ich nicht – die hat mir das eh erzaehlt“ sagte ich „nur wie man mir vielleicht besser helfen kann will ich wissen“ aber ich bekam nur Kopfschuetteln.

Nun habe ich das ganze meiner Zuständigen geschrieben und die hat nur geschrieben ich passe nicht in die Kriterien. Nicht etwa weil ich EU Mitbuerger bin (ich habe nämlich erwähnt das ich das traurig finde und ob es nicht auch ein Förderprogramm fuer EU Buerger gibt) sondern weil die Förderung nur fuer Arbeitslose ist die unter 12 Monate beim Arbeitsamt registriert sind. Öhhaaa. …. ok und was trifft da nicht auf mich zu?

Auch Alfa-Kassan spielt lustige Spiele mit mir – Kassakarten die nicht zugeschickt werden, trari trara … alles muss man nachfragen.

Ok ein Plus in Schweden ist, man kann mailen und kriegt auch antworten – aber man muss wirklich schauen das man nicht uebrig bleibt – denn auf dem Tablett serviert wird es einem nicht. Hab Glueck und erfahrs oder bleib blöd …. so irgendwie kommt mir der Jungle  um Arbetsförmedlingen und Alfa Kassan vor.

Und ja … Arbeitslosengeld bekomme ich …. wie viel werde ich nicht schreiben, nur so viel, dass es sogar viel weniger ist als in Österreich das „Notstandsgeld“ vom Arbeitsamt. Man will nicht undankbar sein. Nur wie wird das Geld berechnet? Wie funktioniert das? Das bleibt einem selbst zum erorieren oder nachfragen – das allein nervt ein bisschen.

Wenn irgendjemand sich austauschen mag – reden ist weniger muehsam als schreiben.

Schweden, oh Schweden!

Ich bin in Schweden angekommen und das schon vor rund 3 Wochen. Aber bis jetzt war soviel los das ich noch nicht zum schreiben gekommen bin.

Am 5. Mai ist mein Flugzeug gelandet, ganz ohne vulkanische Probleme oder Störungen. Am 6. Mai waren wirs sofort bei Skatteverket und beim Arbeitsförmeldingen, sprich beim schwedischen Arbeitsamt.  Ich nehme etwas in Anspruch, das sich Leistungsexport nennt. Man kann als EU Bürger ins EU Ausland auf Arbeitssuche gehen und 3 Monate seinen Arbeitslosenanspruch mitnehmen. Das Problem war nur, die Gesetze haben sich mit 1. Mai geändert und als Auswanderin mit 5. Mai war ich Österreichweit die Erste. Ich wusste 3 Tage vor meinem Flug noch immer nicht ob ich ausreisen kann. Mein Arbeitsamt war ratlos bezüglich der Gesetzesänderung. Alle notwendigen Formulare lagen in Brüssel zur Unterschrift, keiner kannte sich aus. Und ich hatte echt Stress damit, ganz nebenbei bin ich ausgezogen und habe noch Vollzeit gearbeitet. Sind wirs uns ehrlich – es war keine schöne Zeit für mich, ich habe mich nur noch gefühlt wie ein wandelnder Zombie und sogar in der Firma haben mich die Leute angesprochen, ob ich leicht neben mir stehe. Es war einfach eine Mischung aus Stress & Schlafmangel & Pack-Wahnsinn die da extrem aufeinander prallte.

Kurz und gut, ich habe mein benötigtes Leistungsexportformular am letzten Tag vor der Ausreise erhalten, mit der Auflage sich in den nächsten 7 Tagen in Schweden beim Arbetsförmedlingen zu melden und genauen Instruktionen, wie sich das schwedische Amt in Österreich zurück melden muss. Nämlich mit dem neuen Formular U009 auf die Anfrage von Österreich des Formulars U1 – das sind die neuen Bezichnungen!

Wir sind also gleich am 6. Mai los und haben erstmal beim Skatteverket eine Personnummer angefordert – dazu brauchte ich meine Aufenthaltsberechtigung vom Migrationsverket und meinen Pass und natürlich meine neue Adresse. Drei Wochen hieß es wird es dauern. Da ich aber ja Katgo kenne, die auch ausgewandert ist und bei der das alles viel schneller ging, war ich zuversichtlich. Dann zum Arbetsförmedlingen. Dort habe ich helle Aufregung verbreitet. Aber bevor ich davon schreibe, sei kurz erwähnt. Wir sprechen hier nicht von einem Arbeitsamt wie in Wien – kalt, grau – tausende oder zumindest hunderte Menschen in langen Schlangen. Wir sprechen von einem freundlichen, hellen Großraumbüro in dem lächelnde Jobcoaches herumstehen bei Stehtischen. Beratern die an einladenden Schreibtischen sitzen, auf die man einfach zugeht (viel war ja nicht los – wahrscheinlich weil man in Schweden auch viel per Internet machen kann) und die einen mit Vornamen ansprechen und dir auch ihren Vornamen nennen.

Aber zurück zur Aufregung. Auch in Karlstad war ich der erste Auswanderfall seit der neuen EU Erlassung in Brüssel. Es wurde sogar gemutmaßt ich sei Europaweit die Erste, aber naja … das glaube ich nicht. Sicher gabs irgendwo in der EU irgendwem der zwischen 1. und 4. Mai ausgewandert ist und so ziemlich das selbe wie ich mitgemacht hat. Jedenfalls mussten extra Spezialisten herangeholt werden die auf der EU Schulung waren. Meine Beraterin war nun „Anne-Catrin“ nagut. Das erste was man mir um die Ohren knallte war, ich könne mich nicht arbeitslos melden ohne Personnummer. Leichte Panik kam in mir hoch – ich musste mich doch innerhalb von 7 Tagen melden – sonst konnte ich mir meinen Arbeitslosenanspruch an den Hut stecken. Und da ich leider nicht mit einem Geldpolster nach Schweden gekomen bin, bin ich ziemlich angewiesen auf diese 3 Monate Arbeitslosengeld. Kurz und gut, Anne-Catrin hat meinem Arbeitsamt ein e-mail geschrieben, dass ich mich registriert hätte und das U009 ist heute als Kopie zu mir ins Haus geflattert. Das nenne ich unbürokratisch. Ob das U009 auch in Wien angekommen ist seh ich wohl am Monatsanfang, wenn das Arbeitslosengeld ausbezahlt werden soll. Ein schlechtes Gewissen Arbeitslosengeld zu bekommen habe ich ganz und gar nicht, schließlich habe ich jetzt jahrelang auch in die Arbeitslosenkassa einbezahlt. Ich rechne mich also quasi, lach. Und Geld bekomme ich ja im Ausland auch nur 3 Monate … leider nicht mehr.

Es gäbe da einen Trick … hat mir jemand bei der Landesregierung, zuständig für europäischen Leistungsexport verraten – aber diesen Trick behalte ich mir vor, falls ich ihn anwende und wenn er klappt – dann verrate ich ihn euch.

Achja …. meine Personnummer hat 2 Wochen gedauert, aber schließlich habe ich sie nun auch – und wie herrlich sie ist, Zahlendopplungen, einfach zu merken, wie für mich gemacht! Nun möchte ich mir eine ID-Kort – also eine ID Karte holen und am 7. Juni ist mein nächster Termin beim schwedischen Arbeitsamt mit Marlin (einer Dame) Bin ja mal gespannt was die mir zu sagen hat bezüglich Arbeitssuche.

Ansonsten ist von meiner ToDo Liste die ich in Österreich in den letzten Tagen noch erstellt habe kaum etwas übrig. Ich werde mein Auto schwedisch machen, das Ansuchen für Ursprungskontrolle ist der erste Schritt dabei. Mich kostet nur das Ansuchen dazu 1.300 Kronen, also rund 130 Euro. Eingereicht habe ich es schon, aber weggeschickt noch nicht (die Rechnung ist witzigerweise trotzdem schon da) da mir der Kaufvertrag im Original gefehlt hat zu den nötigen Unterlagen. Meine Mama hat selbiges in Kopie mit Originalstempel jetzt an mich per Post geschickt. Ein Original kann man nicht mehr bekommen und mein Kaufvertrag ist einfach so verschwunden … hust … hust.

Ansonsten habe ich die letzten Wochen hauptsächlich dazu genutzt Kisten auszupacken, Möbel aufzustellen, Kleidung einzuräumen und für alle meine Sachen einen neuen Platz zu suchen. Außerdem sind wir wie wild durch Ikea und andere Möbelhäuser gejoggt um all die Kleinigkeiten zu kaufen an die vorher keiner gedacht hat. Dabei muss ich sagen, da wir jetzt von einem Gehalt leben, haben wir viel Sprit verfahren und im Endeffekt wenig gekauft.

Mein Ansuchen bei Komvux für einen SFI – Svenska för Invandrare Kurs habe ich auch schon abgeschickt, jetzt wo ich meine Personnummer habe und warte jeden Tag inständig auf Antwort. Das wäre eine sehr willkommene Abwechslung für mich und naja, es ist auch langsam ein wenig unangenehm dauernd „jag inte pratar svenska“ („ich spreche kein schwedisch“) von sich zu geben, sobald man angesprochen wird. Witzigerweise habe ich entdeckt, das manche Bankomat-Zahl-Geräte eine Englisch Taste haben, juhuuuu.

Anbei hänge ich noch zusammenhanglos ein paar Bilder vom neuen Zu Hause an, für diejenigen die es interressiert.

Vor unserem Haus liegt ein wunderschöner ….

Sogar ich als Anti-Naturmensch habe letztens einen Spaziergang zum Ufer gewagt …

Alte Möbeln ganz neu … hier meine alten Wiener Möbel integriert in EHEMALIGEN schwedischen Landhausstil …

Waschen auf schwedisch … gut das man sich das wichtigste auf unserer neuen Waschmaschine zusammenreimen kann ..

Und unser neues Klo … endlich nach 4 Wochen motzen ist es gestern eingebaut worden weil ich mich geweigert habe das alte zu putzen – ich verschweige euch jetzt einfach mal den Zustand.
Viel witziger ist eigentlich, dass sich die Schweden darüber kaputt lachen das wir „Österreicher“ beim … wie sag ich das jetzt … sich selbst erleichtern, auf eine kleine Stufe „machen“ und das ganze
dann erst runterspülen.  Das sorgte für Lachkrämpfe in kleiner Runde. Ich hingegen bin abgeturnt von der schwedischen Toilettenstruktur wo man direkt ins „Loch“ macht … aber nagut … man
nimmt die „örtlichen“ Gegebenheiten wie sie sind. 😉