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Auswandern – Ein Job in einem Jahr!

Wählen wir den Zeitpunkt: Frühjahr 2010 kurz vor meinem Auswandern nach Schweden. Ich arbeitete seit ca. 4 Jahren bei einer der größten Transport- und Logistikunternehmen am Pharmahandelssektor in Österreich/Deutschland. Meine Position war „Assistentin der Betriebsleitung“ und statt einer klassischen Ausbildung in Wirtschaft hatte ich eine abgebrochene Ausbildung in Chemie vorzuweisen und einen Quereinstieg im Callcenter und viel Erwachsenenbildung, Kurse, Seminare, etc.

Ich wusste es würde in Schweden nicht einfach werden, vor allem da ich nicht schwedisch sprechen konnte. Allein deswegen hatten mich in Foren Leute schon „zerrissen“ aber ich war verliebt und wollte nicht noch Jahre verschwenden auf der Volkshochschule schwedisch zu lernen, sondern bin nach einem halben Jahr Vorbereitung und vielen Überstunden ausgewandert.

Mein Ziel war klar: Ein Job in einem Jahr! Nicht als Assistentin wegen dem Schwedisch, klar! Als was auch immer! Ich war nicht anspruchsvoll, habe ich mir selbst gesagt. Als der Umzug näher und näher kam, bekam ich mehr und mehr Panik. Wie sollte das alles werden ohne Job! Würde ich nach über 10 Jahren als emanzipierte, arbeitende Frau zum Hausmütterchen abstumpfen? Würde ich immer meinen Freund um Geld fragen müssen, bevor ich etwas kaufe? Ich fing an die Reinigungsdamen zu beobachten, die morgens unsere Büros auf Vordermann brachten und der Gedanke ob dies meine zukünftige Karriere werden würde, setzte sich in meinem Kopf als großes rotes Fragezeichen fest.

Doch etwas viel Schlimmeres trat ein, als einfach nur die Berufssparte zu wechseln und vielleicht ein paar Monate bei Mc Doof oder als Reinigungskraft im Fitnesscenter zu arbeiten. Mein Plan ging nicht auf. Egal als was ich mich bewarb, ich bekam keine der Stellen, und glaubt mir, ich habe es wirklich versucht.

Was tun? Ich ging zum Jobcoach, übersetzte meinen Lebenslauf (selbst hatte ich nur nen englischen gemacht und bat um Hilfe betreffend schwedischer Begriffe/Berufsbezeichnungen) Da fing es auch schon an. Laut Jobcoach sei ich eine „VD Assistent“  gewesen (also eine Geschäftsführer Assistentin) doch meinen Arbeitsbereichen zu urteilen nach würde auch „Administratör“, „Ekonomiassistent“, „Chefsekreterare“, etc. etc. als Jobs für mich passen. Da gibt es aber nur ein Problem. Für jede dieser Bezeichnungen gibt es in Schweden eine eigene Ausbildung und Schweden mögen schwedische Ausbildungen. Eine Quereinsteigerin aus Österreich, die sich ihr Wissen mit Praxis am Beruf und Erwachsenenbildung angeeignet hat, so was ist im schwedischen System nicht wirklich vorgesehen.

Als mein Schwedisch besser wurde, habe ich mich auch als Reinigungskraft, Verkaufskraft, Rezeptionistin, Reisebüroassistentin und prinzipiell auf alles, wo das Wort „tyska“/deutsch und „engelska“/englisch vorkam, beworben. Aber weder als Reinigungskraft noch als ICA-Verkäuferin kam ich unter, Minijobs oder geringfügige Beschäftigungen in Kleiderboutiquen kann man sowieso vergessen, ich habe mir erklären lassen, dass der Markt überschwemmt ist. Das ich keinen Job in der Wirtschaft finden wuerde war mir klar, aber das ich ueberhaupt keinen Job gefunden habe, versetzte mich in vollen TERROR!

Finden Ausländer in Schweden keine Arbeit? DOCH! Heiß begehrt sind in Schweden vor allem Lehrer und Ärzte, hat man da die passende Ausbildung kommt man sofort unter. Da muss man gerade einmal die ersten 2 staatlichen Sprachkurse ablegen (SFI, SAS grundläggande) und schwubbs … ich habs mitbekommen! In Värmland siehts auch toll aus für Handwerker und Bauern bzw. Leute mit Erfahrung innerhalb Papierproduktion, aber für mich …es sah düster aus. Es waren mittlerweile fast 1,5 Jahre vergangen und ich hatte hunderte Bewerbungen geschrieben, aus Verzweiflung sogar auf Stellen die 120 km weit weg waren, alles was man noch „pendeln“ konnte.

War es hoffnungslos? 2010 und 2011 waren hart – 45.000 Kronen Zahnarztkosten (die in Österreich so nicht angefallen wären), Heizkosten im Januar 2011 von 5000 Kronen im Monat (ca. 460 Euro) und etlichen Reibereien ums Geld später, war ich an einem toten Punkt an dem ich mich fragte ob ich jemals einen Job finden wuerde.

Bis schließlich das Licht am Ende des Tunnels aufging wie die gleissende Morgensonne über Dubai!

Innerhalb kuerzester Zeit, haben mir nicht nur eine Firma, sondern 2 Firmen in Värmland auf Bewerbungen geantwortet, mich zu Vorstellungsgesprächen eingeladen und mir Angebote gelegt. Ich weiss noch nicht genau welches Angebot ich annehme, das entscheidet sich wahrscheinlich in den nächsten 2 Tagen. Und das Beste, beide Jobs sind im Bereich „Wirtschaft“ und „Kundensupport“.

Damit beginnt ein neuer Lebensabschnitt für mich und freudig stelle ich fest, dass ich „after all“ keine Reinigungskraft sein werde. Nicht dass das etwas Schlechtes wäre, aber ich nehme an, alle verstehen, dass es natürlich wünschenswert ist, in seinem Berufsfeld weiterzuarbeiten.

Was ist nun die Lehre aus meiner Geschichte. Gibt es eine? Vielleicht! Kann ich sie niederschreiben? NEIN!!!

Denn meine Reise fängt gerade erst an und 19 Monate hat es gedauert, bis ich an diesen Beginn angekommen bin. Als ich mein erstes fixes Angebot bekam, war ich nachher in der Stadt einkaufen und strahlte ueber das ganze Gesicht. Plötzlich wurde mir klar, dass Schweden mich noch nie gluecklich gesehen hat.

Bei all den schönen Sachen, die mir hier widerfahren sind und all den netten Dingen, die ich hier erlebt habe, all den lieben Leuten, die ich kennengelernt habe und all den gluecklichen Stunden die ich hier verbracht habe, schwang doch immer eine tiefe Melancholie in meinem Inneren mit, weil ich wusste, dass ohne Job mein Leben hier kein Leben, sondern eher eine Existenz ist und das eine Zukunft nicht abzusehen ist. Manchmal habe ich mir sogar gedacht, dass es nie so weit seinwird und nun entdecke ich, dass ich mir nur nicht so ehrgeizige Ziele hätte stecken dürfen.

Wo ich vor 1,5 Jahren vor lauter Heimweh und Fremdenangst verbittert war auf Schweden, muss ich heute danke sagen. Wenn ich euch potenziellen Auswanderern einen Tipp geben darf: Nehmt alles wahr! Obwohl ich persönlich Schweden eher als „liberales“ Land wahrnehme, gibt es verdammt viele soziale Angebote fuer Ausländer. Auch wenn ich am Anfang meiner Reise nur gesehen habe, wie gross der Support fuer 2. und 3. Welt Länder ist, muss ich jetzt eindeutig sagen: In Schweden fällt keiner durch den Raster und es gibt verdammt viele Angebote. Ich habe mich alle 4 Wochen mit dem Arbeitsamt auseinandergesetzt, war bei 2 verschiedenen Jobcoaches, auf der Universität für die „Karrärveckan“ und habe mehr als nur ein paar Wochen auf „platsbanken/monster/adecco/uniflex“Seiten  etc. verbracht.

Eine seltsame Sache in Schweden ist, dass es scheinbar kein „Standardprocedere“ gibt! Man kann nicht zum Arbeitsamt gehen und sagen „bei XZ den ich kenne war es so, ich will das gleiche Service“ auf die ein oder andere Art hilft das Arbeitsamt mit und lässt keinen einfach so „hängen“ zumindest nicht, wenn man mal lang genug im System ist – also heisser Tipp: Sobald ihr auswandert, euer zweiter Weg (Nach Skatteverket) sollte euch zum Arbeitsamt fuehren!

Wenn das Schicksal es mir gut meint, hat sich das alles jetzt gelohnt und ich darf euch schon bald, vom Anfang meines „richtigen“ Leben in Schweden berichten. UND „HERREGUD, JAG KOMMER ATT HA PENGAR“ …. :-))))

P&K

Xainee

Jahrestag

Nun ist es geschafft … und doch steh ich erst ganz am Anfang.
Das Motto dieses Artikels ist: Babyschritte!
Stand: 1 Jahr nach meiner Auswanderung!

Meine Schwedischkurse sind abgeschlossen und ich habe jetzt „sommarlov“ und sollte mich wohl darueber freuen. Sogar Värmland scheint sich fuer mich zu freuen, wir haben heute um 7 Uhr frueh schon 17 Grad gehabt und im Moment heizt die Sonne mit 25 Grad auf unseren Garten. Wieso fuehle ich mich dann so verlassen und desorientiert? Ich glaube weil ich bis jetzt eine Konstante in Schweden hatte, einen Grund aufzustehen und eine Ausrede wieso ich keinen Job habe. Meine Schwedischkurse! Aber jetzt sind sie vorbei und Job habe ich noch keinen. Ich habe in diesem Jahr das ich hier wohne viel ueber mein Leben nachgedacht, viel geplant und viele Plaene wieder verworfen, wie z.b. die Selbstständigkeit, etc.
Ich bin hergekommen mit der Idee „in einem Jahr findest du einen Job“ und habe hier meine Realität getroffen. Die ersten Monate war ich noch ein bisschen rotzig und dachte mir „naja putzen gehe ich nicht, da muss schon was besseres her“ und Schweden hat mich langsam klein gekriegt bis jetzt wo ich schon sehnsuechtig in platsbanken nach den „besseren“ Reinigungsjobs Ausschau halte.

Höre ich mich deprimiert an? Ich bin es nicht ehrlich gesagt! Das Leben ist zu schön hier! Ich habe in meinen Schwedischkursen heimliche Lachkrämpfe gehabt wenn andere Ausländer geschwärmt haben von den imposanten Kirchen in Värmland. Ich habe nur die Augen gerollt und zu den Polen, den Griechen und Italienerinnen in meiner Klasse geguckt. Und wirklich, ich bleibe dabei … man kann Schweden nicht mit den Kulturhochburgen in Mitteleuropa vergleichen meiner Meinung nach aber … eines hat Schweden: Die schönste, imposanteste Natur die ich jemals gesehen habe. Wenn ich mich umdrehe und statt auf meinen PC-Schirm aus dem Fenster gucke schaue ich auf das gruenste Gras, den blauesten Himmel und einen See der vor mir liegt wie ein Bett aus Diamanten und Saphiren … nichts macht mein Herz so frei und bringt meine Haut so zum prickeln wie die skandinavische Sonne. Plötzlich wird alles klar, es erscheint logisch wieso es hier so einen harten Winter gibt, wieso die Dunkelheit das Land verschluckt uns Schnee die Erde friert … anders wuesste man diese Wiedergeburt an Natur niemals zu schätzen! Und ich bin gluecklich hier! Auch wenn ich oft ungluecklich ueber Behörden bin … aber das Land und seine Fruchtbarkeit entschädigt fuer alles.

Was ist meine Zukunft?
Ich muss meine Gymnasienausbildung in Schweden anerkennen lassen. Mir fehlt das letzte Jahr, ich war immer ein Quereinsteiger mit naturwissenschaftlichen Ausbildung der sich dann mit Erwachsenenbildung in der Wirtschaft hochgearbeitet hat. Tja und nun wird mir das zum Verhängnis, denn in Schweden geht ohne Gymnasienausbildung schon einmal gar nichts. Jeder, sogar der Bauarbeitet auf dem Geruest nebenan hat hier Gymnasium.

Die Ausbildungseinheit zu der man seine Unterlagen fuer die Anerkennnung schicken kann heisst VHS

http://www.vhs.se/Vad-gor-VHS/Utlandska-betyg/

Das Problem ist die missverständlichen Informationen in Schweden. Mein Plan war einfach das letzte Jahr Gymnasium hier nachzuholen und mich dann weiterzubilden neben einem einfachen Putzjob oder so. Das Problem ist … hat man seine Gymnasienausbildung abgeschlossen wird sie von VHS uebersetzt und beurteilt und alles ist kein Problem. Hat man das nicht gemacht wird man von VHS zu Komvux (Kommunale Erwachsenenbildung) verwiesen. Komvux verweist einen aber wieder zurueck zu VHS, da Komvux mit ausländischen Zeugnissen nichts anfangen kann. Und so werde ich hin und hergeschubst und hoffe, bete zum Universum, dass mir irgendwann irgendwo sagt, dass ich nicht die ganze schwedische Gymnasienausbildung noch einmal machen muss. Der Plan der Schweden ist nämlich Ausländer die ihre Gymnasienausbildung nicht abgeschlossen haben alles von Anfang an nochmal machen zu lassen 4 Jahre lang und das angefangen bei Englisch fuer 10 jährige, Mathematik Grundschulniveau usw. was ich etwas umständlich und unnötig finde, aber so etwas wie einen Niveautest kann man nicht machen.

Aber wie auch immer … jetzt ist Sommer und in 3 Tagen geht es erstmal Heim nach Wien. Unglaublich wie mein Herz nach meinen Wurzeln schreit … auch wenn ich mein grosses, herrliches, schmutziges, graues, buntes Wien frueher nie zu schätzen gewusst habe. Das heisst auch das ich Midsommar verpasse … aber es soll nicht das letzte in Schweden gewesen sein … 🙂

Der Fruehling ist da …

… und meine Schwedischkurse ruecken dem Ende zu. Ich bin eigentlich ganz schön stolz auf mich. Regulär ist SFI C & D und Svenska som andra språk grundnivå 4 Termine lang, also 2 Jahre und ich habe das ganze in 9 Monaten durchgezogen. In 1,5 Wochen habe ich nationale Abschlusspruefung in SAS (Svenska som andra språk). Ich habe jetzt seit Dezember 2010 die 3. nationale Abschlusspruefung und langsam wird es anstrengend, die Tests werden natuerlich auch immer aufwendiger *lach*

Geht es eigentlich noch jemanden von den deutschsprachigen in Schweden Lebenden so, dass ihr deutsch verlernt? Ich wollte gerade schreiben „nationellen Test“ und „Einwandraren“ …. aaeh ….. „nationella prov“ och „invandraren“ ich schreibe und rede neuerdings soviel schwedisch, ich krieg schon keinen graden Satz mehr zusammen. Dieses „deutschsprachige in Schweden Lebenden“ ist auch so falsches deutsch und wirkt gezwungen, wieso nicht einfach locker flockig „invandrare med tyska som modersmål“ schreiben … 😉 Oft denke ich mir, dass unsere deutsche Sprache so kompliziert ist … immer öfter mixe ich auch englisch und schwedisch und deutsch und schwedisch … heute habe ich mit einer Freundin geskypt und wollte sagen „ich fuehle mich ´sugen´ nach Schoki“ … ja ok … lach!

Es gibt nicht soviel zu erzählen bei mir und auf der anderen Seite so elendig viel! Ich kaempfe gerade mit den schwedischen Behörden, schon wieder einmal! Diesmal die Ausbildungsbehörden! Ich finde keinen Job und habe in Betracht gezogen zu studieren, mir fehlt aber das letzte Jahr zum Abi und nun wollen mich die schwedischen Behörden verdonnern eine vollständige Gymnasienausbildung neu zu machen, angefangen bei 3 Jahren grundlägenden Religionsunterricht, Englischunterricht und Mathematik fuer 10 jährige, usw. Es ist anstrengend wie alles in diesem Land aber wer weiss wie das in Österreich als Ausländer so ist – das weiss ich ja nicht!

Am 5. Mai war ich genau ein Jahr hier und in diesem Jahr habe ich vieles gelernt, vorallem auch Toleranz! Am Anfang hatte ich so eine Abneigung gegen das Land Schweden, weil alles anders war, das Gesundheitssystem, das Arbeitslosensystem, das Versicherungssystem … und „anders“ gefiel mir ganz und gar nicht. Mit der Zeit habe ich gelernt andere Mentalitäten zu akzeptieren und hinzunehmen! Vieles von meiner Abneigung war sicher nur Heimweh und auch unglueckliche Umstände!
Im Winter fragte ich mich manchmal ob es das alles wert ist – nicht das ich die Frage jemals mit nein beantwortet habe, aber alles fuehlte sich so schwer an und belastend. Kein Job, kein „råd“, kein Erfolg … nur Dunkelheit und Kaelte bis tief in den April! Aber jetzt …. die imposante Natur ist erwacht , das Gras ist frisch geschnitten, die Blumenbeete vor dem Fenster habe ich mit Lilien bepflanzt. Bei Lidl habe ich Nuernberger Wuerstchen gekauft und dann haben wir den Grill angeschmissen! Jeden Tag wenn ich in den Kurs fahre bin ich entzueckt von dieser imposanten Naturschoenheit ueberall om mich herum. Ist es das alles Wert? Damn yeah … it is!!!!!!

Das mit dem Job ist beschwerlich, fuer mich, mein Selbstbewusstsein, meinen Partner und unsere finanzielle Situation. Aber ich gebe nicht auf. In 3,5 Wochen geht es nach Österreich und danach werde ich alles daran setzen zumindest einen Teilzeitjob zu finden – ich habe einen (timanställning) aber der bringt nicht viel. Und ob ich bis jetzt nicht alles daran gesetzt habe? Ich bin ehrlich … die ersten 9 Monate habe ich alles daran gesetzt einen Job zu finden, aber dann ist mein Selbstbewusstsein ein bisschen eingeschlafen. Nun bin ich wieder voll da und weiss was ich will …. 🙂

Vorstellungsgespräche & Kernkraft

Ich möchte mich wirklich kurz zu Wort melden, weil es schon spät ist. Seht es als kurzes „Gekrixel“ an.

1.) Vorstellungsgespräch: Ich hatte ein angenehmes und erfolgreiches Vorstellungsgespräch. Die Firma hat mir zu verstehen gegeben, dass sie auf Grund meines Lebenslaufes und meiner Schuechternheit am Telefon angenommen hatte, mein schwedisch sei sehr viel schlechter. Ich wurde in den siebten Himmel gelobt, obwohl ich gar nicht viel gesagt hatte (der Chef hat sich aufs reden konzentriert und aufs meckern ueber die deutsche Mentalität der Mutterfirma *lol*) Ich glaube auch wenn ich den Job nicht bekomme muss ich meinen „ansökningsbrev“ ein bisschen ändern. Die Frage ist nur was ist das Mitelding zwischen „god grundnivå“ und „flytande“. Ob ich den Job kriege oder nicht werde ich wohl nächste Woche erfahren. Ich bin hin und hergerissen. Die Fahrtzeit ist wirklich lang, aber ich wuerde alles geben fuer einen Job. Auf der anderen Seite habe ich Panik. Ich sollte am 2. April mit SAS (Svenska som andra språk) beginnen und fuehle mich irgendwie so, als ob ich diesen Kurs noch bräuchte um im Schwedisch sattelfest zu werden. Viele sagen das wird schon kommen mit der Zeit aber ich weiss nicht. Mein Vater hatte sich damals nach dem einwandern fuers arbeiten entschieden und den Sprachkurs nach aehnlich langer Zeit aufgegeben und spricht heute noch sehr gebrochen deutsch und grammatikalisch nicht fehlerfrei. Mhm … ich glaube ich werde mich mal zuruecklehnen und die Firma entscheiden lassen. Ich habe mein bestes gegeben. Ach und eine Warnung: Lasst euch niemals vom Jobcoach in die Pfanne hauen. Meiner hat gesagt schwedische Firmen fragen nicht nach dem Gehaltswunsch. Ich war beruhigt weil ich mich mit der Steuerlage nicht auskenne und S hat ja nur 12 Gehälter, während wir in Ö 14 haben. Ich war verunsichert und habe beschlossen, gut ich muss mich damit nicht auseinander setzen.  Der Jobcoach sagte, wenn die Firma interessiert ist bieten sie dir was an. Na ich sitze dort sie fragen natuerlich nach meinem Gehaltswunsch. URGHS … bin nicht gluecklich im nachhinein ueber die Zahl die ich gesagt habe, aber gut, wer weiss wird das ueberhaupt relevant. Wir werden sehen. Ich hoffe und bange in beide Richtungen …

 

2.) Atomkraftwerk Japan: Frueher konnte ich alles viel leichter von mir wegschieben. Nun wo ich soviel Kontakt zu anderen Ausländern habe, bin ich noch mehr betroffen. Ich habe ein japanisches Maedel in meinem Kurs, mit Eltern, Familie & Freunden in Tokio. Ich kann eigentlich nur soviel sagen, dass ich beunruhigt bin und das meine Gedanken ganz fest bei den Japanern sind und bei uns allen. Ich bin sehr beunruhigt. Wenn man daran denkt, dass sich eine Verstrahlung von Gegenständen erst nach 100.000 Jahren abbaut … möchte ich eigentlich nicht wissen wohin der Wind ueber die Zeit die Strahlung bringen kann. Aber erst einmal möchte ich nicht egoistisch sein und an mich und meine Familie denken, sondern die Menschen die es unmittelbar betrifft.

A är AO och U är UE … vad konstigt!!!

Min kompis Flora skrev att hon kanske vill lära sig svenska. Det är mycket bra, tycker jag. Men en fråga har jag: Varför måste man lära sig svenska, om man inte bor i Sverige? *skratt* Nej, nej! Jag förstår att man ibland vill lära sig en sak bara därför att man är intresserad.

Min svenska är fortfarande inte så bra. Och sämst är, att min brytning är mycket dålig. Jag hatar ordet „bra“ eftersom vi människor från Österrike pratar med en mycket tjock „r“ brytning. Det låter som „bRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRoaaa“. Varför ooaa? Eftersom svenska är ett konstigt språk. 😉 Svenska människor  förstår inte att ett A är ett A och inget O med lite A inne.

Och de förstår inte att ett O är ett O och inget U. 🙂

Och de förstår inte att ett U är ett U och inget UE.  🙂

Och vi förstår inte varför de inte förstå! 🙂

Nej, jag skojar bara. Naturligtvis förstår svenska folket allting om sitt språk och jag måste lära mig mycket mer om det. Människorna i Sverige pratar mycket vacker. Jag är lite avundsjuk och jag hoppas att det kommer att bli bättre med min brytning.  Men viktigare är att jag förbättra min svenska och lär mig att skriva bättre.  Jag ska avsluta min svenska kurs „svenska för invandrare D“ i slutet av mars och jag hoppas att jag kommer att klara mig bra.  För ett år sedan trodde jag, att jag aldrig kan lära mig svenska.

Nu är jag mycket stolt att jag förstå varför jag ska uttalar ett U som ett UE och ett O som ett U, osv.  Det är ingen fara och ganska lätt, men ibland glömmer jag allting och pratar som en idiot 😉

Om jag gjorde fel, ska ni berätta för mig!!!
Hälsningar

Jasmin

Von Deppen in Foren und meinem persönlichen Glueck…

Oh ich bin so gluecklich! Und da ich hier in Schweden sitze und die einzigen beiden Menschen die ich hier anrufe grade keine Zeit haben …. muss ich mein Glueck hier mit euch teilen. Es ist ein verfruehtes Glueck, ich gebe es zu, aber es ist fuer mich ein riesen grosser Babyschritt in die richtige Richtung.

Die letzten Monate habe ich mich fast damit abgefunden das mich der schwedische Arbeitsmarkt im Angestelltenverhaeltnis nicht haben will und habe angefangen eine Karriere in der Selbstständigkeit zu planen inklusive Kurzausbildung in Österreich und allem drumm und drann. In Deutsch-Schwedischen Foren wurde ich bis auf einige super Ausnahmen auch runtergeputzt von konstruktiver Kritik bis zu niveaulosen Beleidigungen. Immer und immer wieder wird man klein gemacht wenn man staatliche Hilfe beanspruchen will, die einem auch zusteht. Das faengt schon damit an, dass man sich wagt Arbeitslosengeld zu beanspruchen das einem zusteht. Manchmal denke ich mir, in den Foren schwirren ein paar Leute rum die nur darauf warten jemand endlich runterputzen zu koennen. Von „die Schweden wollen das ihr Auslaender verschwindet“ bis „deinen Fuehrerschein haben wohl auch deine schwedischen Schwiegereltern gezahlt“ und „wieso nennst du die Eltern deines Freundes ueberhaupt Schwiegereltern“ (dazu hab ich sogar ne antwort: WEIL es kein SPÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ im schwedischen gibt BLLblllll ) habe ich alles gehört und das hat nur zu meinem Frustrationslevel addiert.

Ich habe aber nie aufgegeben und war die ganze Zeit fleissig am planen wie ich weiter forgehen soll. Unter dessen habe ich mich aber die ganze Zeit weiterhin auf Angestellten Positionen beworben und siehe da, heute morgen schicke ich eine Bewerbung weg und heute Mittag habe ich einen Anruf bekommen mit einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. JUHUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUU! Ok es gibt auch negatives zu berichten ueber diesen Job, z.b. dass er 82 km weit weg von meinem Wohnort ist. Das heisst es wuerde enormes pendeln auf mich zu kommen und das war auch so die erste Reaktion von den Leuten denen ich von meinem Jobinterview erzaehlt habe „uhhh so weit weg?“  Aber wisst ihr was, ausnahmsweise bin ich mal ein Optimist. Es ist mir egal ob ich jeden Tag 160 km fahren muss, es wäre ein Vollzeitjob ohne Zeitbegrenzung. Na ? Na? … Haha … alle meine Wiener Bekannten werden jetzt vielleicht vorm PC sitzen und sich denken … „öh … na und weiter?“ … aber findet einmal so einen Job in Schweden. UNBEGRENZT und VOLLZEIT *juhuuu*

Ich freu mich so. Wer an mich denken will, der tue das bitte Freitag, 11:00 Uhr und vielleicht schon die Stunde vorher … in der ich hoffentlich gut ins 80 km ferne Sunne finde.

Ich schicke einmal eine Umarmung an die Welt. Und eins ist klar: Ich bin „ready“ fuer die Selbstständigkeit und fuer den einsamen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, aber wenn ich ein Angestelltenverhältnis finde, das wäre unglaublich. Leider weiss ich, ein Vorstellungsgespräch heisst noch nichts. Gerade ich mit meinem verrueckten Auftreten und mit meiner „straight forward“ Art habe immer Angst die Schweden zu verschrecken UND am Telefon habe ich gleich schon einen schlechten Eindruck gemacht weil ich sagte ich habe von der Firma noch nichts gehört und war noch nicht auf der Website ‚autsch‘ aber wenn der Job fuer mich bestimmt ist, krieg ich ihn auch. Jawoll!

(Natur)schneekatastrophen, SFI, starta eget, etc.

Hallo meine Lieben,

wieso habe ich im täglichen Stress einfach mal so an einem Freitag Morgen Zeit mich zu melden? Ich weiss warum! Weil sich Schweden endlich an meiner Aussage gerächt hat, dass der Winter auch nicht so streng ist wie alle sagen. Bis jetzt habe ich immer fleissig verteidigt das ich mir den Winter in Schweden viel schlimmer vorgestellt hätte und das er auch nicht viel anders sein kann als in Österreich. Als kleine Rache vom Winter, der sich diese Lapalisierung von mir wohl so nicht gefallen lassen wollte – hat es in den letzten 24 Stunden so derartig geschneit, dass mir Angst und Bange wird. Gestern war ich richtiggehend verzweifelt beim Autofahren, trotz Spike Reifen. Ich wohne ja am Land und die Fahrt war mehr als das schwedische Wort „hemsk“ ausdrücken kann. Heute habe ich mir dann Kriegsbemalung ins Gesicht geworfen, ein strenges Winterparfum aufgelegt und mich kampfbereit fuer meinen Schwedischkurs ins Auto gesetzt und bin nach 5 Metern schon im Schnee gesteckt, das Auto hat sich nicht mehr gerührt wie in den typischen amerikanischen Filmen. Sowas hab ich Grossstadtkind noch nie erlebt. Meinen Schwedischkurs kann ich heute also vergessen, nachdem ich auf dem Weg zur Schaufel vor unserem Haus 4 mal auf die Nase gefallen bin habe ich aufgegeben und eine Freundin angerufen das ich heute nicht komme.  Seufz.

apropos Schwedischkurs. Ich muss wirklich sagen SFI „Svenska för Invandrare“ ist super hier in Schweden. Es ist gratis, man bekommt Schulbücher geliehen und Schreibhefte geschenkt. Und die Lehrer haben hier mehr Liebe und Leidenschaft fuer den Unterricht an Ausländern zur Verfuegung als ich es jemals in Österreich an normalen Unterrichtsprofessoren gesehen habe. Zumindest hier in Karlstad kann ich nur jedem empfehlen einen Kurs zu machen.  Wir haben fuer das Skolverket (so etwas wie der schwedenweite Schulverbund) in meinem Anfangerkurs (August bis Dezember 2010) einige Versuchstests geschrieben. Das ist wirklich interessant. Schweden misst was man bei einem nationalen Test können muss auf C Niveau zum Beispiel, daran was andere Schueler auf diesem Niveau können, nicht daran was irgendein schlauer Professor denkt was man können muss. Das finde ich extrem fortschritlich. Unsere Lehrerin hat also die 10 besten aus dem Kurs rausgepickt und wir haben mehrere Versuchstests geschrieben, die danach an ein wissenschaftliches Team in Stockholm geschickt wurden. Ich habe das gerne gemacht, ein kleiner Dank an Schweden das wir diese Kurse gratis machen duerfen.

Dann war auch am 9. Dezember mein Nationaltest auf C Niveau und ich habe laut meiner Lehrerin sehr gut abgeschnitten. So gut,  dass ich meinen jetzigen Kurs (den D Kurs) 4 Monate verfrüht abschliessen darf. Fuer alle die jetzt oder in Zukunft SFI machen wollen sei gesagt. Wer zwischen 2009 und jetzt eingewandert ist und 2 SFI Kurse in den ersten 15 Monaten seines Aufenthaltes abschliesst und nicht länger als ein Jahr dafuer braucht – der wird vom schwedischen Staat belohnt mit einem Bonus. Normal gilt das nur fuer Leute, folkbokförd seit 1. Juli 2010, ABER es gibt Versuchskommunen bei denen dieses Angebot eben schon seit 2009 gueltig ist und eine davon ist Karlstad. Auch wenn man dann leider Steuern auf den Bonus bezahlen muss, was man nicht tun muss wenn man seit 1. Juli da ist. Verwirrend? Ich glaub es euch. Ich poste euch den Weblink und wenn ihr fragen dazu habt, fragt gerne.

http://www.skolverket.se/sb/d/3979

Es gibt auf der Seite vom skolverket „lättläst“ versionen des Gesetzestextes und auch eine Version in englisch, aber ACHTUNG .. da steht eben nur „wenn du seit 1. Juli 2010“ hier bist. Ich weiss aber das einige Kommunen wie Karlstad, Borås, etc. Versuchskommunen waren, in denen das schon fuer Einwanderer frueher gilt. Lest dafuerKapitel 12 im folgenden Dokument:

http://www.skolverket.se/content/1/c6/02/08/95/Information%20till%20kommuner%20100903.pdf

Unterstützung Ausländer, starta eget, etc. Das ist ein grosses Thema fuer mich. Ich bin wirklich frustriert das man als EU Buerger nicht so unterstützt wird. Jedesmal wenn ich bei arbetsförmedlingen nach etwas anfrage, wird mir gesagt es ist unmöglich. Ich habe mich ja schon damit abgefunden das Buerger aus nicht EU Ländern mehr support bekommen, auch wenn sie mit Schweden verheiratet sind und keine Fluechtlinge sind aus weiss Gott welchen Gruenden. Aber gestern habe ich angefragt wegen starta eget Beitrag (eine eigene Firma Gruenden) und mir wurde mitgeteilt das die finanzielle Unterstuetzung fuer EU Buerger mit 2011 gestrichen wurde. Manchmal scheint es als wuerde sich alles gegen mich verschwören. Mal sehen wir das Leben so weiter geht ….